Schreibblockade. Fünf bewährte Hausmittel

Schreibblockade ist die neue Verstopfung. Seit fast jedermann schreibt, hat sie sich zur neuen Volkskrankheit entwickelt. Doch wie löst man sie, was sind die effektivsten Abführmittel? Wir haben erfahrene Autorinnen und Autoren befragt, hier exklusiv die Antworten!
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Der KitschContentGenerator! Aufruf zum Crowdfunding

Es gibt Dinge, die sind einfach grenzenlos. Nein, nicht das Universum, das hört irgendwann auf. Aber denken Sie nur an die Dummheit. Oder die Gier. Oder die Phantasie. Oder denken Sie an Dummheit und Gier und Phantasie und stoßen Sie dann automatisch auf das Grenzenloseste überhaupt, oder wie der Fachmann sagt: ever. Genau. Die kitschige Liebesschmonzette. Jetzt, genau jetzt, da ich dies schreibe, sitzen allein in deutschen Schreibstuben geschätzte 500.000 Autorinnen, von denen 129.000 Männer sind, und denken sich Liebesromane aus. 500.000! Welch gigantisches Potenzial an alternativer sinnvoller Arbeit, das hier verschleudert wird! 56.439 dieser Autorinnen könnten sich stattdessen dem Bügeln von Hosen und Herrenoberhemden widmen. Gar 128.910 wären, müssten sie nicht Liebesromane schreiben, durchaus in der Lage, Einsteins Spezielle Relativitätstheorie einer kritischen Prüfung zu überziehen. Aber nein. Stattdessen: Schottischer Milliardär trifft armes Mädchen mit ziemlich schmerzresistenten Hinterbacken. Oder: Londoner Immobilienmakler fährt nach Cornwall, trifft hübsches Mädchen, das sich gerade von seinem Freund getrennt hat, und möglicherweise als geheime Schwester des Immobilienmaklers entpuppt, was sich aber als Irrtum herausstellt.

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Pars pro toto. Das Billigqualitätslektorat

Lektorat? Zu teuer! Und unnötig! Meistens weiß man schon nach dem ersten Absatz, woran ein Manuskript krankt, Syntax zum Speien, Wortschatz von Sebastian Fitzek, Kommasetzung von Goethe, Plot von Was-weiß-denn-ich. Also warum den ganzen Schmand lesen und auch noch die Änderungsverfolgung bemühen? Gebt mir euren ersten Absatz und ich sage euch, was ihr im GESAMTEN TEXT dringend überarbeiten müsst! Und was verlange ich dafür? Nur dass ihr mein neues Buch kauft (erscheint erst später), das kostet wahrscheinlich 2,99! Also ran an die Kommentare!

Der Schreibratgeber. Ein Interview

Wir treffen uns mit Arno von Brühhagen, dem bekannten diplomierten Schreibratgeber, der uns in seiner weiträumigen Praxis in einer der besseren Wohngegenden bereits erwartet. Herr von Brühhagen, ein adretter Herr um die 30, trägt legere Arbeitskleidung, einen in fluoreszierenden Signalfarben gehaltenen Jogginganzug, dazu Riemchensandalen und weiße Tennissocken. Nach einer herzlichen Begrüßung beginnen wir sofort mit dem Gespräch.
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Die Bestsellerformel. Ein Thriller aus der Hölle des Selfpublishing -24-

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Ich war in Gedanken versunken und ja, es waren ausnahmsweise meine eigenen. Vorne am Grab hatte sich der Priester noch einmal zu einer Rede aufgerafft, mit gesenkten Häuptern standen die nächsten Angehörigen um die Grube, der trauernde Gatte, von schrecklichen Weinkrämpfen geschüttelt, warf eine rote Rose auf die Urne, ein Messdiener trat feierlich vor, in seinen Händen ein Bilderrahmen, den er vorsichtig auf das Behältnis mit der Asche legte.

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Gedanken eines selbstverlegenden Kulturpessimisten im Stadium fortgeschrittener Depression

Irgendwo habe ich ein Komma falsch gesetzt. Oder »war« statt »was« geschrieben und Duden hat es ebenso wenig gemerkt wie meine gute Seele Käthe, die sonst alles findet. Aber keine Angst, irgendjemandem wird es auffallen und dann wird er oder sie es Amazon melden und Amazon schreibt mir eine nette Mail und bittet mich, den Fehler auszumerzen und die Datei neu hochzuladen, andernfalls … tja. Kundenzufriedenheit geht eben über alles, und was könnte das Lesevergnügen mehr trüben als ein Satz wie »Der Mann was älter als die Frau«?

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Die Bestsellerformel. Ein Thriller aus der Hölle des Selfpublishing -23-

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Nachdenklich sah dpr auf das schwankende Hinterteil seiner Putzhilfe, die auf dem blitzenden Parkettboden kniete und mit der Zahnbürste die Rillen zwischen den Dielen schrubbte. Prächtige Wölbung; die Form einer reifen, saftigen Birne, diese Plagiatorinnen sahen zumeist besser aus als gewöhnliche und ehrliche Selfpublisherinnen, und für einen Moment gedachte dpr, sich bezwecks flüchtiger Begattung aus seinem Sessel zu erheben.
Aber nein. Sie war gewiss schon dreißig, halb so alt wie er selbst, und Frauen, die halb so alt waren wie er, waren für gewisse Vergnügungen bereits entschieden zu alt. Auch für den Sex beschäftigte er gescheiterte Selfpublisherinnen, es gab genug, blühende junge Frauen, die »Fantasy« schrieben oder gar »Thriller«.

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Die Bestsellerformel. Ein Thriller aus der Hölle des Selfpublishing -22-

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»Soll ich dir mal was sagen?«, sagte ich zu Jens Rehlers, der sofort angewidert sein Gesicht verzog. »Ich denke, wir sind ermittlungsmäßig ziemlich am Arsch, das hier ist kein Fall, den wir in unseren Memoiren groß ausschlachten sollten.«
»Memoiren?« Rehlers verzog sein Gesicht zu einer fast-menschlichen Form. »Willst du etwa auch fröhlich selfpublishen?«

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